Posts mit dem Label Tutorials werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tutorials werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 15. Dezember 2009

Das Textilkennzeichnungsgesetz, Teil 3: Fasern....German Law On Labelling Textile Fibre Content, Part 3: Fibers

Dieses Tutorial soll ein praxisnaher Ratgeber für Kleingewerbetreibende, TextilkünstlerInnen und Modedesigner sein, die Textilien und Bekleidung herstellen. Es darf nicht als Rechtsratgeber verstanden werden. Die Verfasserin ist schließlich Textilingenieurin und nicht Juristin.

Teil 3 des Tutorials beschäftigt sich mit allen zulässigen Fasernamen und deren korrekter Schreibweise.



Welche Fasernamen sind zulässig?

Bei der richtigen Bezeichnung der Faserarten muss man beachten, dass
ausschliesslich die unten aufgelisteten Fasernamen benutzt werden dürfen. Abkürzungen sind nicht zulässig. Es gibt einige Fasern, wie z.B. Bambus, die im TKzG gar nicht gelistet werden. Sie fallen unter Viscose und müssen als solche ausgezeichnet werden. Ein Zusatz wäre aber zulässig: „100% Viscose, aus Bambus“.


Wolle und Haare

Faserarten

Handelsnamen

Fasern, die in die gleiche Gruppe gehören

Abkürzen





Wolle, Schurwolle, Cashmere, Lambswool



Angora, Kamelhaar, Alpaka, Vikunja

Wo, WV

Seide



Schappeseide, Bouretteseide, Dupionseide, Tussahseide


Si

Baumwolle




CO, Bw

Kapok





Flachs oder Leinen




Li

Hanf





Jute





Kokos





Ramie





Sisal





Acetat




CA

Cupro




CU

Modal



Micromodal

CMD, MD

Triacetat




CTA

Viskose



Bambus

CV, Vis

Polyacryl




PAN, PAC

Modacryl





Polyamid


Nylon, Perlon


PA

Lyocell





Polyester




PES

Polyäthylen




PE

Polypropylen




PP

Elasthan

Lycra, Spandex, Dorlasthan



EA

Metallisierte Faser


Lurex





Dienstag, 1. Dezember 2009

Das Textilkennzeichnungsgesetz, Teil 2: richtig kennzeichnen....German Law On Labelling Textile Fibre Content, Part 2: labelling the right way

Dieses Tutorial soll ein praxisnaher Ratgeber für Kleingewerbetreibende, TextilkünstlerInnen und Modedesigner sein, die Textilien und Bekleidung herstellen. Es darf nicht als Rechtsratgeber verstanden werden. Die Verfasserin ist schließlich Textilingenieurin und nicht Juristin.

Teil 2 des Tutorials beschäftigt sich mit allen Gesetzesvorgaben rund um die richtige Auszeichnung von Textilerzeugnissen.


Was ist das Nettotextilgewicht?


Die Gewichtsanteile der verwendeten Fasern eines Textilerzeugnisses beziehen sich immer auf das Nettotextilgewicht. Dazu muss man keine aufwendige Rechnung auf-stellen. Alles, was nicht zum Nettogewicht gehört, seht Ihr in der unten stehenden „Subtraktion“

Gesamtgewicht des Textilerzeugnisses
- nichttextile Teile
- Webkante
- Etiketten
- Abzeichen
- Bordüren
- Besätze
- Mit Textilien überzogene Knöpfe und Schnallen
- Andere Schnallen
- Schmuckbesatz
- Sonstiges Zubehör
- Eingearbeitete elastische Bänder (Gummis, Smokgarn etc.)
- Einlagestoffe (Vlieseline u.ä.)
- Nähfäden
- Stickereifäden
- Zierteile
_________________________________________________
= Nettotextilgewicht

(§6)


Wie zeichne ich korrekt aus?


Auf der Auszeichnung muss klar erkenntlich sein, welche Faserarten verarbeitet wurden und in welchen Prozentanteilen vom Nettogewicht. Selbstverständlich müssen die Angaben der Wahrheit entsprechen.

Dabei ist folgendes zu beachten:

1. Die Faserarten müssen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils aufgelistet werden.




2. Abkürzungen für Faserarten sind nicht erlaubt. Das Gesetz nennt eine aktuelle Liste der zu
verwendenden Faserarten. Auf diese komme ich in Teil 3 dieses Tutorials genau zu sprechen


3. Die Auszeichnung muss gut leserlich sein. Das bedeutet, die Rohstoffangabe muss eine einheitliches Bild zeigen. Zusätzliche Infos und der Labelname müssen gut abgesetzt sein



4. Besteht ein Textilerzeugnis aus einer einzigen Faser, kann auch der Zusatz „rein“ oder „ganz“ verwendet werden.



5. „Halbleinen“ ist die Bezeichnung für ein Gewebe aus reiner Baumwolle in der Kette und reinem Leinen im Schuss.

6. Besteht ein Textilerzeugnis aus mehreren Faserarten, von denen eine mind. 85% ausmacht, kann das Erzeugnis ausgezeichnet werden mit „85% Mindestgehalt“



7. Besteht ein Textilerzeugnis aus mehreren Faserarten, können die beiden Faserarten mit dem grössten Anteil aufgelistet werden mit Gewichtsanteil. Die anderen können dann in absteigender Reihenfolge, aber ohne Gewichtsanteil genannt werden.

8. Die Bezeichnungen „diverse Faserarten“ oder „Erzeugnisse unbestimmter Zusammensetzung“ dürfen für Textilerzeugnisse verwendet werden, deren Rohstoffgehalt zum Zeitpunkt der Herstellung nur mit Schwierigkeiten bestimmt werden kann.


9. Bei Textilerzeugnissen, die aus mehreren Teilen bestehen, muss die Zusammensetzung der „Einzelteile“ getrennt genannt werden.




(§8)

Wie und wo muss ich die Auszeichnung anbringen?

„Die Rohstoffgehaltsangabe muss in deutlich erkennbarer Weise eingewebt oder an dem Textilerzeugnis angebracht sein. Bei Textilerzeugnissen, die in Verpackungen verkauft werden, kann die Rohstoffgehaltsangabe auch auf der Verpackung angebracht werden.“

(§9)

Diese Vorschrift lässt also folgende Möglichkeiten zu:

Eingenähte Etiketten
Auf andere Weise befestigte Etiketten (sog. Hangtags)
Klebeetiketten auf der Verpackung
Rohstoffgehaltsangabe auf die Webkanten gedruckt oder eingewebt.

Nächste Woche, am 8.12.09 folgt Teil 3 dieses Tutorials:
" Faserkunde".






























































































































































































































Dienstag, 24. November 2009

Das Textilkennzeichnungsgesetz, Teil 1: was muss und was nicht....German Law On Labelling Textile Fibre Content, Part 1: must's and must not's



Dieses Tutorial soll ein praxisnaher Ratgeber für Kleingewerbetreibende, TextilkünstlerInnen und Modedesigner sein, die Textilien und Bekleidung herstellen. Es darf nicht als Rechtsratgeber verstanden werden. Die Verfasserin ist schließlich Textilingenieurin und nicht Juristin.

Das Textilkennzeichnungsgesetz deckt nicht die ganze Vielfalt der Textilien und Bekleidungen ab und enthält Formulierungen und Passagen, die man interpretieren kann. Dieses Tutorial zeigt welche Spielräume das Gesetz bietet. Die entsprechenden Paragraphen sind in Klammern gesetzt. So könnte Ihr den Bezug im Originaltext leichter finden. Falls Ihr mal argumentieren müsst...


Warum ist es sinnvoll Textilien mit einer Rohstoffangabe zu deklarieren?

Man muss verstehen, dass das TkzG dem Verbraucherschutz dient. Allergiker brauchen eindeutige und korrekte Produktinformationen. Konsumenten haben ein Recht darauf Produkte nach Preis und Leistung vergleichen zu können. Es geht dabei um die Regeln des lauteren Wettbewerbs.


Was sind denn eigentlich Textilerzeugnisse, Textile Rohstoffe und Rohstoffgehaltsangaben?

„Textilerzeugnisse dürfen gewerbsmäßig nur

  1. in den Verkehr gebracht oder zur Abgabe an letzte Verbraucher feil gehalten,

  2. eingeführt oder sonst in den Geltungsbereich dieses Gesetztes verbracht

werden, wenn sie mit einer Angabe über Art und Gewichtsanteil der verwendeten textilen Rohstoffe (Rohstoffgehaltsangabe) versehen sind.

(§1)

  • Textilerzeugnisse sind:

Produkte, die zu mindestens 80% ihres Gewichtes aus textilen Rohstoffen bestehen.

BEISPIELE:

Alle Kleidungsstücke wie bspw. Mäntel, Jacken, Blousons, Westen, Hemden, Blusen, Shirts, Hoodies, Tops, Babystrampler, -bodies, Kleider, Hosen, Shorts, Socken, Strümpfe, Strumpfhosen, Leggings, Unterwäsche, Nachtwäsche, Schals, Armstulpen, Foulards, Krawatten,Fliegen,Halstücher, Handschuhe, Mützen, Kappen, Hüte etc. sind Textilerzeugnisse.

Heimtextilien wie Kissen, -bezüge, Decken, Vorhänge, Tischdecken u.ä. sind Textilerzeugnisse.

Bezugsstoffe auf Möbeln und Schirmen sind textile Erzeugnisse, Futterstoffe von Schuhen und Handschuhen sind Textilerzeugnisse.

Ein metallischer Schnullerclip mit einem gewebten Band ist kein textiles Erzeugnis

TIPP: Im Zweifelsfall also das Gesamtprodukt und die textilen Einzelkomponenten wiegen und ausrechnen. Macht der Anteil weniger als 80% aus, handelt es sich nicht um ein Textilerzeugnis und muss nicht gekennzeichnet werden.

  • Textile Rohstoffe sind:

Fasern und Haare, die sich verspinnen oder anders zu Flächengebilden verarbeiten lassen und Bänder von höchstens 5 mm Breite.

BEISPIELE: Stick-, Strick- und Webgarne sind textile Rohstoffe. Filze und Schaumstoffe sind keine textilen Rohstoffe.

  • Rohstoffgehaltsangabe ist:

eine Liste der Fasern und deren prozentualer Anteil am Nettogewicht des Textilerzeugnisses. Die Fasern müssen in der absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteiles genannt werden.

TIPP: Keine Angst: es muss nicht jedes Fäserchen deklariert werden! In Teil 2 dieses Tutorials werden die Ausnahmen von der Regel erläutert.

(§2)

In Tabelle 1 sind alle Erzeugnisse erfasst, welche nach dem TkzG nicht mit Rohstoffgehaltsangaben versehen werden müssen. Diese Auflistung, die aus dem Anhang 3 des TkzG stammt, lässt viele heute gängige Produkte außer Acht und nennt sie nicht namentlich. Die rechte Spalte enthält - wo nötig - Erläuterungen und Produktbeispiele, die für mein Verständnis in die jeweilige Kategorie fallen.

TIPP 1: Produkte, die in diese Kategorie fallen, auch nicht freiwillig mit Rohstoffangaben versehen! Sobald auch nur eine Faserart genannt wird, muss die ganze Angabe vollständig und korrekt gemacht werden.

TIPP 2: fällt eines Deiner Produkte unter die Beispiele in der rechten Spalte? Dann übernimm die korrespondierende Formulierung aus der linken Spalte in Deine Produktbeschreibung.


Tabelle 1



Erzeugnisse, die nicht mit einer Rohstoffgehaltsangabe versehen werden müssen.


Beispiele

Hemdsärmelhalter


?

Macht das irgendjemand?

?

Uhrenarmbänder aus Spinnstoffen



Gewebte, genähte, gestrickte oder gehäkelte Uhrenarmbänder.

Lederne Armbänder fallen nicht unter dieses Gesetz.

Etiketten und Abzeichen


Patches, Applikationen, Aufnäher

Kaffee- und Teewärmer

Genähte, gestrickte oder gehäkelte Tassen-, Kannen- und Pressenwärmer für Kaffee und Tee


Schutzärmel


Für uns wohl weniger relevant.

Muffe, nicht aus Plüsch


Genähte, gestrickte oder gehäkelte Muffs, falls sie nicht aus Samt, Nicki oder Webpelz sind.


Künstliche Blumen

Genähte, gestrickte, gehäkelte, geflochtene oder gefilzte Blumen zur Dekoration, zum Anstecken, als Schmuck.


Nadelkissen



Bemalte Leinwand


Ölbilder u.ä. Auf Leinwand, Sackleinen, Jutesäcken etc.


Textilerzeugnisse für Verstärkungen und Versteifungen


Nahtband, Bügeleinlagen, Saumband etc.

Filz


Filz als Ausgangsmaterial

Gebrauchte, konfektionierte Textilerzeugnisse, sofern sie ausdrücklich als solche bezeichnet sind.


  • Secondhand- und Vintageklamotten, die durch Abtrennen oder Hinzufügen verändert wurden.

  • Jacken, etc. aus alten Handtüchern, Kissen u. ä.

  • Röcke aus alten Krawatten


Gamaschen


Genähte, gestrickte, gehäkelte oder gefilzte Gamaschen und Beinstulpen.


Verpackungsmaterial, nicht neu und als solches verkauft.

Für uns wohl weniger relevant.



Hüte aus Filz


Gefilzte Mützen, Kappen, Stirnbänder und Hüte.

Täschner- und Sattlerwaren aus Spinnstoffen


Genähte, gestrickte, gehäkelte oder gefilzte Handytaschen, Etuis, Taschen, Beutel, Mappen, Clutches, Gelbeutel, Laptoptachen, u.ä.


Reiseartikel aus Spinnstoffen









Genähte, gestrickte, gehäkelte oder gefilzte Reisetaschen, Kulturbeutel, Medikamentenbeutel, Schmuckbeutel, Reiseuntensilo, Schlafbrillen, Reiseapotheke, Schuhbeutel u.ä.


Fertige oder noch fertigzustellende handgestickte Tapisserien und Material zu ihrer Herstellung, einschließlich Handstickgarn, das getrennt vom Grundmaterial zum Verkauf angeboten wird und speziell zur Verwendung für solche Tapisserien aufgemacht ist.


Tapisserie ist ein veralteter Ausdruck. Gemeint sind damit heutzutage Gobelins, Bunt- und Weissstickereien.

Reißverschlüsse



Mit Textilien überzogene Knöpfe und Schnallen


Das ist wichtig für alle, die Material verkaufen.

Buchhüllen aus Spinnstoff


Stoffbezogene Bücher

Spielzeug



Textile Teile von Schuhwaren, ausgenommen wärmendes Futter


Schnürsenkel

Deckchen aus mehreren Bestandteilen mit einer Oberfläche von weniger als 500 qcm.


Ehrlich: ich hab keinen Schimmer, was damit gemeint sein könnte. Hat jemand Vorschläge?

Topflappen und -handschuhe



Eierwärmer



Kosmetiktäschchen



Tabakbeutel aus Stoff



Futterale bzw. Etuis für Brillen, Zigaretten und Zigarren, Feuerzeuge und Kämme aus Stoff


Hüllen für Windlichter

Schutzartikel für den Sport, ausgenommen Handschuhe


Für uns wohl weniger relevant.

Toilettenbeutel



Schuhputzbeutel



Bestattungsartikel


Für uns wohl weniger relevant.

Einwegartikel, ausgenommen Watte


Für uns wohl weniger relevant.

Medizinische und orthopädische Binden u.ä.


Für uns wohl weniger relevant.

Seile, Taue und Bindfäden, die für die Herstellung oder zum Einbau in Maschinen, Anlagen und Geräten benötigt werden.


Für uns wohl weniger relevant.

Schutz- und Sicherheitstextilien wie z. B. Sicherheitsgurte, Fallschirme, Schwimmwesten, Notrutschen etc.


Gürtel aus Sicherheitsgurten

Ballonhallen


Für uns wohl weniger relevant.

Segel


Für uns wohl weniger relevant.

Textilerzeugnisse für Tiere

Stoffleinen, Mäntelchen, Capes, Stoffspielzeuge für Hunde etc.


Fahnen und Banner




(Anhang 3)


Allen, die nach dieser Liste „Hurra“ schreien, möchte ich jetzt schon fürs vorbei schauen danken.


Was ist eine globale Kennzeichnung?


Das TKzG nennt außer Textilerzeugnissen, die nicht gekennzeichnet werden müssen noch Erzeugnisse, für die eine globale Kennzeichnung vorgeschrieben ist. Diese Erzeugnisse müssen nicht mit einer Auszeichnung am Produkt direkt gekennzeichnet werden. Vorgeschrieben ist jedoch die Kennzeichnung der Produktabbildungen in Prospekten, anderen Werbemitteln und im Online – Shop!

TIPP: überprüfe am Ende des Tutorials als erstes die Produktkennzeichnungen in Deinem Shop. Sind sie korrekt? Nein? Sofort überarbeiten! Kümmere Dich dann erst im zweiten Schritt um die Etiketten an Deinen Produkten.


In Tabelle 2 sind alle Erzeugnisse erfasst, welche nach dem TkzG mit einer globalen Rohstoffgehalts-angaben versehen werden müssen. Diese Auflistung, die aus dem Anhang 4 des TkzG stammt, lässt ebenfalls viele heute gängige Produkte außer Acht und nennt sie nicht namentlich. Die rechte Spalte enthält - wo nötig - Erläuterungen und Produktbeispiele, die für mein Verständnis in die jeweilige Kategorie fallen.

TIPP: fällt eines Deiner Produkte unter die Beispiele in der rechten Spalte? Dann übernimm die korrespondierende Formulierung aus der linken Spalte in Deine Produktbeschreibung.



Tabelle 2



Erzeugnisse, für die lediglich eine globale Kennzeichnung vorgeschrieben ist.


Beispiele

Scheuer- und Putztücher

Für uns wohl weniger relevant.

Bordüren und Besatz, Bänder, gummielastische Bänder

Das ist wichtig für alle, die Material verkaufen.

Borten

Das ist wichtig für alle, die Material verkaufen.

Gürtel

Alle Arten von Gürteln, ob funktionell oder dekorativ.


Hosenträger


Strumpf- und Sockenhalter

Strumpfband, Garter, Strapse

Schnürsenkel

Handbemalte oder anders verzierte Schnürsenkel

Verpackungsmaterial, neu und als solches verkauft

Geschenksäckchen, Adventskalender, Furoshiki etc.

Schnüre für Verpackugen und landwirtschaftliche Verwendungzweck, sowie Schnüre Seile und Taue.


Deckchen

Genähte, gehäkelte, geklöppelte oder bestickte Tischdeckchen, Tischläufer, Tischsets, Servietten.


Taschentücher


Bestickte, oder umhäkelte bzw. anders verzierte Stofftaschentücher

Haarnetze


Für uns wohl weniger relevant.

Krawatten und Fliegen für Kinder



Lätzchen, Seiflappen und Waschhandschuhe



Näh-, Stopf- und Stickgarne in kleinen Verkaufseinheiten von höchstens 1 g.


gibt’s solche kleinen Verkaufsmengen?

Gurte für Vorhänge und Jalousien


Für uns wohl weniger relevant.


(Anhang 4)


In einer Woche, am 1.12.09 folgt Teil 2 dieses Tutorials:

„So zeichnet man Textilerzeugnisse korrekt aus.“

Mittwoch, 30. September 2009

Tutorial - Schmuckbüsten aus der Regenrinnenabteilung. Turning Running Outlets Into Busts






Ich liebe Baumärkte! Sie sind die wahren Designtempel. Ich habe lange mit verschiedenen Materialien versucht, Büsten für die Präsentation meiner Choker zu basteln. Aber ich war mit allem unzufrieden. Dann ging ich in den Baumarkt.


I do love hardware stores! If you're looking for true design, go there. Me, I was tinkering with all sorts of materials to create a cool presentation for my chokers. But it didn't result in anything useful. And then I went to the hardware store.



Du stellst Schmuck her und suchst eine originelle und preisgünstige Büste für Deinen Verkauf? Oder hast Du einfach tonnenweise Halsketten, aber keinen Schmuckständer? Dann geh' in die Regenrinnen - Abteilung Deines Baumarktes und frag' nach „Regenrinneneinhangstutzen“! Auf dem Weg zur Kasse nimm noch Sprühlack in Deiner Lieblingsfarbe mit. Bring alles in Deinen – gut belüfteten - Bastelkeller. Oder besser richte Dir einen Arbeitstisch auf dem Balkon/ im Garten ein.

Are you a jewelry designer looking for an original and yet low-priced bust? Or have you simply got tons of necklaces, but no rack?
Then visit your next hardware store and ask for a running outlet in the rain drain department. Heading for the cashpoint get some spray paint in your favourite colour. Bring everything back to your – well vented – studio or rather install some work place on the balcony/ in the garden.



Material



  • Regenrinneneinhangstutzen und Sprühlack. Man braucht etwa eine kleine Dose für eine Büste.
  • Zum großflächigen Abdecken der Arbeitsumgebung: Plastiktüten sind besser als alte Zeitungen. Diese kleben nämlich an frisch Gesprühtem fest.
  • Schleifpapier, weicher Lappen.
  • Falls Muster gewünscht sind: flexible, nicht zu dicke Pappe, Schere und einige grosse Büroklammern.
  • Ein großer Bogen weißes Papier.
  • Atemschutz für Nase und Mund.
  • Running outlets and spray paint. It takes about one can per bust.
  • For covering a large area of the workspace use plastic bags rather than old newspapers. Paper tends to jam with fresh paint.
  • Sandpaper, some soft cloth.
  • If you like to decorate the bust with some pattern, you'll need flexible and not too thick cardboard, scissors plus some paper clips.
  • A big piece of white paper.
  • Breathing protection


Vorbereitung/ Preparation

Der Stutzen muss vor dem Ansprühen von Staub und Fett gereinigt werden. Es reicht, wenn man ihn mit heißem Wasser abspült. Ich empfehle, den Stutzen vorher anzuschleifen. Dann hält der Lack später besser. Schleifstaub mit einem weichen Lappen abwischen. Sprühlack hat eine erstaunliche Reichweite. Deshalb die Arbeitsumgebung großflächig abdecken. Pro Büste sprüht man etwa eine halbe Stunde. Setz' einen Atemschutz auf, ist besser. Wirklich.

The running outlet must be free from dust and grease before spraypaninting. Just wash it with hot water.
I recommend grinding before painting. It makes the paint more durable later on. Remove grinding dust with a soft cloth. Spraypaint can make a remarkable mess. So you might want to cover a large area of your workspace. You'll be working about half an hour on each bust. So use a breath protection. Really!


Generell/ In General

Es müssen mindestens zwei Schichten gesprüht werden, um eine gut deckende Lackierung zu erreichen. Trockenzeiten variieren je nach Lackart und sind auf der Dose angegeben.

To top-dress the material it takes at least two coatings. Check out the recommended drying time written on the can. It may vary depending on the spraypaint you are using.


Schritt 1/ Step 1



Zuerst den Stutzen von innen lackieren. Er muss dazu gelegt und gekippt werden. Wenn man ihn zuerst außen ansprüht, nimmt der Lack bei diesem Schritt schon Schaden. Also: innen beginnen. Die Flächen, auf denen die Büste später steht, nicht vergessen! Trocknen lassen, dann eine zweite Schicht, evtl. noch eine dritte sprühen.


First work the inside of the running outlet. For doing this you have to put it down and tilt it over. If the outer surface was already painted you would damage the paint. So start with the inner surface. And don't forget to spray the base, too! Let dry and then add another coating or maybe two.


Schritt 2/ Step 2



Stutzen aufstellen und rundherum außen ansprühen. Besonders auf Falten und Rillen achten. Laufende Farbe nicht abwischen! Trocknen lassen und mit einem Schleifpapier abnehmen. Dann die zweite, evtl. dritte Schicht auftragen. Vielleicht gefällt Dir die Büste schon, wie sie ist. Dann bist Du fertig! Wenn Du allerdings noch etwas Verzierung möchtest, dann weiter mit...

Now place the running outlet on it's base again. Take special care of creases and rills. Do not wipe off running paint. Let it dry and remove it by grinding. Then add another coating or maybe two.
Maybe you are already satisfied with the bust the way it is. Then you're done now. But if you wish to add some decorating elements, continue with...


Schritt 3/ Step 3




Wenn die Büste Dekolleté, oder ein Muster haben soll, dann kommt jetzt die flexible, nicht zu dicke Pappe zum Einsatz. Schneide daraus eine Schablone nach Deinen Vorstellungen zu. Hänge den grossen Bogen Papier an eine Wand und teste die Wirkung der Schablone, die optimale Sprühdistanz und -stärke. Falls nötig kannst Du die Schablone ggf. noch verbessern. Wenn Du zufrieden bist mit dem Ergebnis, dann befestige die Schablone mit großen Büroklammern an der Büste. Sollte Dir ein Fehler passieren, kannst Du mit dem Grundierlack reparieren, indem Du mit etwas Abstand vorsichtig darüber sprühst. Gratuliere! Nun bist Du definitiv fertig!

Do you want your bust to show some decollete or a certain pattern? Than it's time to use the flexible and not too thick cardboard for making a stencil. Put the big piece of white paper up against a wall und do some test spraying. Check out the stencils effect and the best spraying distance and intensity. If necessary you can optimize your stencil.
Once you are satisfied with the result mount the stencil onto the bust using paper clips. If you happen to make a mistake you can still correct it with the basic paint. But be careful and spray lightly from a larger distance. Congratulations! Now you are definetily done.



Tipp/ Hint

Bewahre übrigen Lack auf jeden Fall für spätere Reparaturen auf. Die Farbe kann z. B. beim Transportieren Macken bekommen. Um dies möglichst zu verhindern, schlage die Büsten am besten in weichen Stoff ein.

Save left over paint for later corrections. The painting might get damaged due to transportationt. To prevent this always wrap some cloth around the bust.




Was sonst noch geht/ Anything goes, well almost

Die Büste eignet sich natürlich nicht nur für die Präsentation von Chokern, sondern auch für Halsketten. Viele verschieden Arten von Ketten lassen sich sehr schön drapieren, obwohl diese Büste keine Schultern hat, wie das sonst bei Schmuckbüsten üblich ist.


Of course not only chokers can be arranged on this bust, it is also suitable for the presentation of necklaces. Though this bust has no shoulders as they usually have it's possible to drape
various kinds of necklaces.